Downloads   Galeries   Forums   Audios   Vidéos   Liens   Livre d´or   Partenaires   Contact   
  Accueil
  Actualité
  Régions/Peuples
  Historique
  Sawanité
  Le Ngondo
  Tourisme
  Littérature
  VIP
  F.A.Q
  Agendas
  Evénements
  Annonces
  Projets
  Communauté



      
22.05.2010

Kessern aus Kamerun: Die Biografie eines schwarzen Crailsheimers (1896 - 1981) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Die „Bonambelas” hatten in ganz Europa ihr Publikum. Hermann Kessern (in der Mitte sitzend) stand als Feuerschlucker und Fakir in der Manege und auf der Bühne. Im Bild auch zu sehen, Jakob Mandenge und Adolf Ngange.
Foto: Monika Firla


Nur die älteren Crailsheimer kennen ihn noch: Hermann Kessern, den ersten schwarzen Crailsheimer. Der Mann aus Kamerun, der 1981 starb, war allgemein anerkannt und allseits beliebt.

Am Montag, 17. Mai wird um 19.30 Uhr das Buch „Der Kameruner Artist Hermann Kessern. Ein schwarzer Crailsheimer” vorgestellt. Dr. Monika Firla, die Autorin, ist eng mit der Geschichte der Afrikaner im deutschsprachigen Europa vertraut. Der Fakir und Zirkusartist Hermann Kessern, der vermutlich seit 1920 in Crailsheim lebte, aber erst 1925 gemeldet war, hat die Wissenschaftlerin fasziniert. Was sie über seinen Lebensweg, über ihn als Person und seine Stellung in der Gesellschaft zwischen 1920 und 1981, seinem Todesjahr, herausgefunden hat, ist auf 240 Seiten nachzulesen.

Der Band 9 der historischen Schriftenreihe des Stadtarchivs wird im Spital vorgestellt. Das Buch ist mit 47 Schwarz-Weiß-Fotos und zwei Farbbildern illustriert. Mit Forschungen in Crailsheim, die Stadtarchivar Folker Förtsch tatkräftig unterstützte, in den örtlichen Zeitungsbeständen und an vielen
anderen Anlaufstellen, sowie durch das Studium der einschlägigen Literatur untermauerte Dr. Firla ihre Arbeit für das Buchmanuskript. Entscheidend aber waren die vielen Gespräche mit Crailsheimerinnen und Crailsheimern. Sie bilden die lebendige Grundlage ihres Buches. Ihre wichtigste Zeitzeugin war Lina Metzger (die Mutter von Liselotte Linke): „Ohne sie hätte ich das Buch nicht schreiben können”, betont Monika Firla. Außerordentlich aufschlussreich waren zudem Gespräche mit über 30 Menschen in Crailsheim. Sie sprach u.a. mit Mitgliedern der mit Kessern vertrauten Familien Birker (Katharine Birker vermietete Hermann Kessern wohl 1920 ein Zimmer in der Grünbaumgasse 7), Simeoni (ihr Stammvater war der erste italienische Gastarbeiter in Crailsheim), Krey (Simeoni-Tochter) und Metzger (Obermüller der Herrenmühle). Ebenfalls wichtig waren der Autorin die Begegnungen mit Mathilde Sternmann, Siegfried Baier und Gerhard Frank.

Für Monika Firla ist das Kessern-Porträt, das der begnadete Zeichner und Maler Cornelius Sternmann undatiert angefertigt hat, ein herausragendes Zeugnis der Achtung, die „der schwarze Crailsheimer” genoss. „Das ist so etwas Gelungenes, so Seltenes, so Kostbares: Welcher Afrikaner in Europa wurde im 20. Jahrhundert schon auf diese Weise porträtiert?” fragt Dr. Firla. Wer war Hermann Kessern? Auf profunde Anworten auf diese Frage darf man bei der öffentlichen Buchvorstellung gespannt sein. So viel sei verraten: Er wurde 1896 in Kamerun geboren, katholisch erzogen und auf der deutschen Regierungsschule in der Küstenstadt Duala gebildet. Er war in seiner Heimat Postangestellter.

Fasziniert und animiert von den Ozeanriesen im Hafen beschloss er 1912, die Welt kennenzulernen. Er heuerte als Steward an und kam so nach Europa. 1912 tauchte er bei einem Zirkus auf, 1913/14 war er in der (abgebrochenen) Lehre bei einem Schneider in Breslau und danach Kammerdiener beim Herzog von Croÿ in Dülmen/Westfalen. Wohl 1920 kam er mit dem Zirkus Holzmüller nach Crailsheim. Hier schlug er sein Stand- und Winterquartier auf. Überliefert ist, dass er beim jüdischen Metzger namens Mezger (ab 1933) und ab 1937 beim jüdischen Viehhändler Hallheimer wohnte. Der Schwarzafrikaner trat als Feuerschlucker und Fakir mit Nagelbrett und über Scherben gehend auf. In ganz Europa stand er mit den „Bonambelas” in der Manege. Zu dieser Schautruppe gehörte Adolf Ngange, der wohl zeitweise ungemeldet im Crailsheimer Quartier von Hermann Kessern wohnte. Im Dritten Reich ließen die Nazis den schwarzen Mann aus Afrika vergleichsweise unangetastet. Die Autorin ist überzeugt, dass die Volksfesttradition der Crailsheimer entscheidend dazu beitrug, dass Hermann Kessern über all die Jahrzehnte so gut aufgenommen und integriert war. Hier heiratete Kessern 1948 die aus Nürnberg stammende, 45 Jahre alte Anna Martin. Er lebte bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1981 hochgeachtet in der Stadt. Hermann Kessern wollte im Wolfgangstift, das in seinem Todesjahr eröffnet wurde, den Lebensabend verbringen. Doch im Krankenhaus in Ilshofen ereilte den herzkranken Mann der Tod. Sein Grab wurde im Jahr 2003 aufgelassen, sodass es keine Erinnerungsstätte für ihn gibt. Die freie Wissenschaftlerin, die mit Dr. Herman Forkl, dem Leiter der Afrika-Abteilung des Linden-Museums in Stuttgart verheiratet ist und seine Leidenschaft für diesen Kontinent teilt, hat ihr Buch in hohem Respekt vor der Würde der Schwarzen in Europa geschrieben.

Sie hält es inzwischen – übrigens im Einklang mit vielen Nachkommen – für falsch, diese Menschen aus Afrika immer nur „in der Opferrolle darzustellen”, wie sie betont. Die Überzeugung, dass die seit dem 13. Jahrhundert in Europa lebenden Schwarzafrikaner oft anerkannte Mitglieder der Gesellschaft waren, begründet sie aus wissenschaftlichen Büchern, die sie seit 1982 zurate zog und durch ihre eigenen Forschungen zur Geschichte der Afrikaner im deutschsprachigen Raum seit 1992.

Ein herausragendes Beispiel ist im 18. Jahrhundert der ehemalige Sklave und Kammerdiener Angelo Soliman, der im Wiener Adel und in der geistigen Elite seiner Zeit Freunde hatte und als Prinzenerzieher und Freimaurerfunktionär Einfluss ausübte. Solimans Geschichte hat Dr. Firla 1993 neu herausgegeben. Auf das Thema kam die promovierte Philosophin („Untersuchungen zum Verhältnis von Anthropologie und Moralphilosophie bei Kant”), Germanistin und Pädagogin über die Beschäftigung mit Sartres Afrikabild und mit dem Standardwerk über die „Afrikaner in Europa” von Hans Werner Debrunner. Mit ihrem Ehemann, dem Ethnologen Dr. Hermann Forkl, führte sie 21 Jahre lang Afrika-Veranstaltungen durch und organisierte eigene Ausstellungen in Stuttgart im Hauptstaatsarchiv und in Österreich.

Das Buch:

Der kameruner Artist Hermann Kessern
Ein schwarzer Crailsheimer
Monika Firla
Baier Verlag
2010

======================
(C) www.peuplesawa.com
Metusala Dikobe

 

 

Source: Dikalo la Mboa Sawa | Hits: 19414 | Envoyer à des amis  ! | Imprimer ! | Réagir(1)

PLUS DE NOUVELLES


  Saviez-vous que BAKASSI, aujourd´hui occupé par les Nigérians signifie en Douala "ils ont accueili" ?
( | 17.07.2005 | 18362 hits  | 0 R)

  Le Ngondo 2002 sur les berges du Wouri
( | 15.07.2005 | 12822 hits  | 0 R)

  UNE ETUDE SUR LES PIROGUES DOUALA
( | 13.07.2005 | 15609 hits  | 1 R)

  CONTEXTE HISTORIQUE GÉNÉRAL DE L’ENSEIGNEMENT CATHOLIQUE 1890-1960
( | 12.07.2005 | 15518 hits  | 0 R)

  Léopold Moume Etia n’est plus
( | 12.07.2005 | 14805 hits  | 0 R)

  SAWA TOURISME !
( | 11.07.2005 | 10146 hits  | 0 R)

  Masosomanambè” : Le calendrier qui déterre l’histoire des Sawa
( | 10.07.2005 | 23431 hits  | 4 R)

  Ngondo : Deux nouveaux hommes pour de nouveaux défis
( | 06.07.2005 | 13742 hits  | 0 R)

  Sam Mbende : le spectacle… contenu
( | 30.06.2005 | 11665 hits  | 0 R)

  Traité germano-duala : 120 années de controverse. Reflexions Kum-mouelle-nsame-ntone.
( | 18.06.2005 | 25567 hits  | 3 R)

  Dika Akwa III - Les Bonambela amorcent l’envol
( | 09.06.2005 | 18783 hits  | 2 R)

  Le Sacre d´un Roi: Dika Akwa III
( | 09.06.2005 | 16333 hits  | 0 R)

  Grand Sawa : Les chemins de l’Union
( | 05.06.2005 | 10873 hits  | 0 R)

  Massao 2005 : On attend Coco Mbassi…
( | 06.05.2005 | 13526 hits  | 0 R)

  Le Mpooh
( | 01.05.2005 | 15383 hits  | 2 R)

  Recit du sacre du roi Dika Akwa III
( | 09.04.2005 | 13514 hits  | 0 R)

  André Nganguè : Un patriarche à l’antenne
( | 18.01.2005 | 17201 hits  | 0 R)

  Tradition: Le Ngondo dévoile son calendrier
( | 01.01.2005 | 10219 hits  | 0 R)

  Ngondo: Sous le vase sacré
( | 28.12.2004 | 10993 hits  | 0 R)

  Musique : Le bon jus de Coco
( | 06.12.2004 | 13623 hits  | 0 R)

  Miss Ngongo 20XX
( | 26.10.2004 | 14216 hits  | 0 R)

  Spectacle en vue :Coco Mbassi revient
( | 22.10.2004 | 13279 hits  | 0 R)

  Léopold Moume-Etia, 1913-2004 :Une page de l’histoire du Cameroun est tournée
( | 16.07.2004 | 18790 hits  | 0 R)

  Littoral : Moukoko Mbonjo reçoit l’onction du ngondo
( | 18.03.2004 | 21359 hits  | 1 R)

  Africavenir: Un trésor culturel à Bonabéri
( | 17.01.2004 | 18505 hits  | 2 R)

  Grandeurs et travers du Ngondo.
( | 05.12.2003 | 10368 hits  | 0 R)

  ACTIVITES & PROGRAMME
( | 25.11.2003 | 11910 hits  | 0 R)

  LETTRE DU PRESIDENT DU NGONDO 2002
( | 25.11.2003 | 11740 hits  | 0 R)

  BILAN du NGONDO 2002
( | 25.11.2003 | 11687 hits  | 0 R)

  Ngondo : La délégation de Douala fait escale à Yaoundé.
( | 10.11.2003 | 11594 hits  | 0 R)

  African Cults: Sangoma & Nganga
( | 01.01.1970 | 36583 hits  | 0 R)

  Charismatique: René Douala Manga Bell
( | 01.01.1970 | 20097 hits  | 0 R)

  Dits et écrits de UM NYOBE
( | 01.01.1970 | 17198 hits  | 0 R)

  Les Sawa réclament le site où le Ngondo serait né
( | 01.01.1970 | 16721 hits  | 0 R)

  Ngondo 2008: Message de Prospérité et de Fécondité
( | 01.01.1970 | 15574 hits  | 0 R)

  Pierre Valéry Lobé Békombo est allé rejoindre Doumbe Djengué
( | 01.01.1970 | 15221 hits  | 0 R)

  Programme NGONDO 2008
( | 01.01.1970 | 12915 hits  | 0 R)

  Haïti : Souffrance, chaos et dignité !
( | 01.01.1970 | 11233 hits  | 0 R)



   0 |  1 |  2 |  3 |  4 |  5 |  6 |  7 |  8 |  9 |  10 |  11 |  12 |  13 |  14 |  15 |      ... >|



Jumeaux Masao "Ngondo"

Remember Moamar Kadhafi

LIVING CHAINS OF COLONISATION






© Peuplesawa.com 2007 | WEB Technology : BN-iCOM by Biangue Networks